Kurz nachdem ich meinen alten Blog umgemodelt habe, geht es hier auch direkt und ohne Umschweife mit dem Bericht über mein erstes Investment in P2P-Kredite los. Ich habe mich bereits vor einer Woche bei Bondora angemeldet und direkt via „Sofort“-Überweisung 1.500 Euro auf meinen Account transferiert. Nachfolgend berichte ich dir, wie die Anmeldung funktioniert hat, welche Einstellungen ich für mein Investment vorgenommen habe und was bisher in dieser ersten Woche passiert ist.

Die Anmeldung bei Bondora

Bondora: Anmeldung bei der P2P-Plattform für Kredite

Bondora: Anmeldung bei der P2P-Plattform für Kredite

Die Anmeldung bei Bondora ist relativ simpel. Insbesondere dann, wenn man die typischen Formulare gewohnt ist, die man üblicherweise bei Banken & Co. in Deutschland ausfüllen muss. Um mir einen Account bei Bondora anzulegen, musste ich lediglich meine E-Mail-Adresse angeben und auf „Jetzt anmelden“ klicken. Und das war auch schon der erste Schritt. Bondora hat seinen Sitz in Estland und hier scheint so etwas noch schneller und einfacher möglich zu sein.

Anschließend habe ich postwendend eine E-Mail von Bondora erhalten. Diese enthielt mein vorläufiges Passwort, mit dem ich mich direkt bei Bondora einloggen konnte.

Nach dem Login ging es dann darum, den Account weiter einzurichten und sich damit unter anderem auch die Gutschrift über 5 Euro zu sichern, die man erhält, um die Plattform erst einmal zu testen. Ich persönlich finde das ganz gut, um mal ein erstes Gefühl für das Handling der Plattform zu bekommen. Da ich meine Entscheidung, über Bondora in P2P-Kredite zu investieren, bereits zuvor getroffen hatte, waren die 5 Euro für mich allerdings nur ein nettes Gimmik, das ich natürlich gerne mitgenommen habe.

Für mich ging es direkt darum, Geld auf meinen Bondora-Account einzuzahlen. Da ich nicht gerne warte, habe ich mich für eine Überweisung via „Sofort“-Überweisung entschieden. Und damit war mein Investitionskapital in Höhe von 1.500 Euro auch sofort bei Bondora angekommen.

Alles in allem hat meine Anmeldung bei Bondora von der Eingabe meiner E-Mail-Adresse bis zur Gutschrift des Geldes auf meinem Bondora-Account lediglich 18 Minuten gedauert – und ich habe mich dabei alles andere als beeilt. Jetzt kann es also losgehen!

Was ich mir von meiner Investition bei Bondora erwarte

Bevor ich dir zeige, wie ich bei Bondora investieren möchte und welche Einstellungen ich dabei ausgewählt habe, möchte ich zunächst noch ein paar Worte darüber verlieren, was ich mir von meinem Investment erwarte.

Wie du vielleicht auf meiner „Über mich“-Seite bereits gelesen hast, sind zwei Dinge für mich besonders reizvoll:

  1. Der Aufbau neuer Einkommensströme
  2. Der Aufbau von passivem Einkommen

P2P-Kredite passen für mich sehr gut zu den Zielen, die ich mir gesteckt habe. Zum einen sind P2P-Kredite, also das Verleihen meines Geldes gegen Zinsen, für mich ein neuer, zusätzlicher Einkommensstrom. Zum anderen kann ich durch P2P-Kredite auch passives Einkommen generieren. Natürlich immer vorausgesetzt, das Thema funktioniert und ich erziele mit meinem Investment eine positive Rendite. Letzteres wird sich in den nächsten Monaten und – vor allem – Jahren zeigen.

Vor diesem Hintergrund möchte ich bei Bondora nicht aktiv investieren. Das heißt, ich möchte keine Zeit damit verbringen, jeden Tag aktiv nach Krediten (auf dem Sekundärmarkt) zu suchen, die meiner Einschätzung nach in mein Kredit-Portfolio passen. Vielmehr möchte ich Bondora dazu nutzen, um passiv in P2P-Kredite zu investieren, um damit eine Rendite zu erwirtschaften, die deutlich über der Verzinsung der Einlagen auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto liegt.

Daher habe ich mich dazu entschieden, mein Geld über einen Portfolio-Builder automatisch anhand bestimmter Kriterien in Kredite investieren – und auch automatisch reinvestieren – zu lassen.

So investiere ich mein Kapital bei Bondora

Damit ich ein wenig mitentscheiden kann, wie Bondora mein Geld in P2P-Kredite investiert, habe ich mich für den Portfolio-Builder „Portfolio Pro“ mit einer eher konservativen Portfolio-Ausrichtung entschieden.

Meine Einstellungen im Bondora "Portfolio Pro"

Meine Einstellungen im Bondora „Portfolio Pro“

Wie du siehst, habe ich die Anzahl der Kriterien, anhand derer Bondora mein Geld automatisch investieren soll, relativ übersichtlich gehalten.

Mein Geld soll also in P2P-Kredite aus Estland, Spanien und Finnland investiert werden, wenn diese über ein Bondora-Rating von AA, A, B oder C verfügen. In Kredite mit einem schlechteren Rating (D, E, F und HR) möchte ich zunächst nicht investieren. Ich möchte herausfinden, ob Bondora für mich eine langfristige Anlage-Möglichkeit sein wird. Und da ich noch überhaupt nicht einschätzen kann, wie viele Kredite ausfallen werden, möchte ich zumindest zu Beginn etwas zurückhaltender vorgehen. Wenn sich während meines Tests für mich zeigen sollte, dass sich diese eher konservative Strategie für meine Zwecke eignet, dann werde ich gegebenenfalls auch mit schlechteren Ratings, und damit risikoreicheren Krediten, experimentieren, um die Rendite meines Kredit-Portfolios zu optimieren. Aber zunächst möchte ich herausfinden, ob ich mit der aktuellen Konfiguration über einen längeren Zeitraum eine interessante Rendite erwirtschaften kann.

Bondora-Rating: Unter dem Bondora-Rating ist das von Bondora verwendete – intern entwickelte – Risikorating zu verstehen, mit dem Bondora zum einen das Ausfallrisiko eines Kredits darstellt, zum anderen aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Rückgewinnung einfließen lässt. Für die Berechnung des Ratings verwendet Bondora laut eigener Angaben eigene Daten, die die Plattform in den letzten Jahren seit 2009 bei der Kreditvergabe gesammelt hat. Darunter können beispielsweise Informationen zu Beschäftigung, Einkommen und Kredithistorie fallen. Zusätzlich verwendet Bondora auch externe Daten von Banken, Einwohnermeldeämtern, Kreditauskunfteien und Steuerbehörden.

Da ich das investierte Geld nicht zum Leben brauche, habe ich bezüglich der Kreditlaufzeit keine Einschränkung vorgenommen. Für mich spielt es keine Rolle, wie lange ein Kredit läuft. Mir ist es nur wichtig, dass er vollständig und mit den entsprechenden Zinsen zurückgezahlt wird.

Um das Risiko möglichst breit zu streuen, möchte ich maximal 15 Euro (entspricht 1% meines Startkapitals) pro Kreditnehmer investieren. Da ich fest damit rechne, dass es zu Ausfällen kommen wird, möchte ich diese Verluste so gut wie möglich begrenzen, damit die Rendite meines Portfolios möglichst wenig darunter leidet. Wenn also die komplette Summe von 1.500 Euro in verschiedene Kredite à 15 Euro investiert wird, dann habe ich 100 Kredite in meinem Portfolio. Zum Vergleich: Würde ich meine 1.500 Euro auf lediglich 3 Kredite aufteilen und es würde nur ein Kredit davon ausfallen, dann würde das für mich direkt einen Verlust von 500 Euro bedeuten. Ein solcher Verlust wäre, trotz möglicherweise guter Renditen der anderen beiden Kredite, nicht hinnehmbar.

Da ich möchte, dass die Zinszahlungen, die ich erhalte, und die Rückzahlungen schnellstmöglich reinvestiert werden, habe ich eine Rücklage von 0 Euro eingestellt – also keine. Damit ich möglichst optimal vom Zinseszins-Effekt profitieren kann, möchte ich, dass mein Kapital bei Bondora möglichst dauerhaft zu 100% in Kredite investiert ist.

Abschließend zeigt mir der Portfolio-Builder einen Zinsbereich zwischen 5,65% und 13,65% an. Mal schauen, wo das Portfolio dann tatsächlich gelandet ist, wenn ich in ein paar Jahren die realisierte Rendite mit den beim Start angezeigten Zahlen vergleiche.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich also anhand verschiedener Einstellungen festgelegt, wie mein Geld investiert werden soll. Was ich allerdings nicht sehe, ist zu welchem konkreten Zweck ein Kreditnehmer einen Kredit über Bondora aufgenommen hat. Nach den Angaben auf der Bondora-Website investiert man als Anleger in Konsumentenkredite. Wenn ich mir die Kredite, die sich mittlerweile in meinem Portfolio befinden, im Detail anschaue, so erhalte ich dabei beispielsweise unter anderem Informationen über die Höhe der Kreditsumme, das Alter, den Wohnort, den Bildungsstand, den Immobilienbesitz und das Einkommen sowie die Ausgaben des Kreditnehmers. Der konkrete Zweck, für den der Kredit verwendet werden soll (beispielsweise Umzug, Hochzeit, Fernseher, etc.), ist hier allerdings nicht ersichtlich.

7 Tage Bondora  – Das ist bisher passiert

So, nun lass uns mal einen Blick darauf werfen, was nach einer Woche mit meinem Kapital und den vorgestellten Einstellungen passiert ist.

Die Statistik nach den ersten 7 Tagen bei Bondora

Die Statistik nach den ersten 7 Tagen bei Bondora

Wie du siehst, gibt es nach den ersten 7 Tagen bei mir nichts weltbewegendes zu sehen. Bisher wurden 855,04 Euro in Kredite investiert und weitere 55 Euro sind für Investitionen vorgemerkt. Aktuell habe ich noch ein verfügbares Guthaben in Höhe von 594,88 Euro, das darauf wartet, automatisch in passende Kredite investiert zu werden.

In den ersten beiden Tagen habe ich allerdings einen kleinen Fehler gemacht. Ich habe das Symbol, dass mir den Status meines Portfolio-Builders anzeigt (also ob er aktiv ist und investiert oder ob er pausiert ist), falsch interpretiert. Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der Portfolio-Builder investiert, wenn der grüne Pfeil angezeigt wird, und dass er Pause macht, wenn das Pause-Symbol angezeigt wird. Umgekehrt ist es aber richtig. Wenn das Pause-Zeichen angezeigt wird, dann wird mein Geld investiert.

Bisherige Investitionen in P2P-Kredite bei Bondora

Bisherige Investitionen in P2P-Kredite bei Bondora

Abschließend möchte ich noch einen Blick auf die bisherigen Investitionen werfen. Investiert wurde mein Kapital bisher in 136 Kredite mit unterschiedlichen Bondora-Ratings. Der überwiegende Teil wurde in Kredite aus Estland investiert. Dazu gesellen sich noch ein paar Kredite aus Finnland. In Kredite aus Spanien wurde bisher noch nicht investiert. Die Höhe meiner Investitionen in die 136 Kredite reicht dabei von lediglich 1 Euro bis zu den maximal von mir erlaubten 15 Euro. Die Zinsen der Kredite liegen im Schnitt bei 16,05%. Letzteres zeigt meiner Meinung nach deutlich, dass mit meinem Investment offenbar auch ein erhebliches Risiko verbunden ist, denn eine so hohe Verzinsung bekommt man nun einmal nicht risikolos. Ich gehe daher auf jeden Fall davon aus, dass Kredite ausfallen werden.

Steuern & Steuerbescheinigung bei Bondora

Für uns Investoren aus Deutschland spielt das Thema „Steuern“ natürlich auch immer eine große Rolle bei der Entscheidung, ob wir ein Investment tätigen oder ob wir es aufgrund des vermeintlichen Aufwands doch lieber bleiben lassen. Die typischen Fragen, wie die Zinsen, die man über Bondora erwirtschaftet hat, versteuert werden müssen und wo man ein Dokument findet, wo die Daten für das Finanzamt draufstehen, bleiben natürlich auch bei mir nicht aus.

Eine Steuerbescheinigung bzw. einen sogenannten Steuerbericht findet man bei Bondora unter dem Menüpunkt „Berichte“. Hier kann man dann den Zeitraum auswählen, für den ein entsprechender Bericht erstellt werden soll.

Steuerbescheinigung bzw. Steuerbericht bei Bondora erstellen

Steuerbescheinigung bzw. Steuerbericht bei Bondora erstellen

Da ich kein Steuerberater bin, kann ich bezüglich der Besteuerung von P2P-Krediten natürlich keine Aussagen machen. Nachfolgend findest du aber ein interessantes Video von Roland Elias (Steuern mit Kopf), der sich diesem Thema angenommen hat.

Mein erstes Fazit zu Bondora

Nach 7 Tagen kann ich natürlich noch nicht sehr viel über Bondora berichten. Allerdings kann ich festhalten, dass die Anmeldung bei mir wirklich super schnell und problemlos funktioniert hat. Wenn ich den genannten Fehler nicht gemacht hätte, dann wäre es für mich möglich gewesen, innerhalb von ca. 18 Minuten damit zu beginnen, Geld auf Bondora in P2P-Kredite zu investieren.

Da die Kredite bei Bondora zunächst „gefunded“ werden müssen, dauert es gegebenenfalls ein paar Tage, bis das Kapital vollständig investiert ist. Wenn ich riskantere Kredite mit einem schlechteren Rating mit in meine Auswahl aufgenommen hätte, wäre mein Geld vermutlich auch noch etwas schneller investiert worden – aber aus den oben genannten Gründen, möchte ich das aktuell einfach noch nicht.

Was mir auf den ersten Blick auch zusagt, ist der Steuerbericht, den ich mir bei Bondora für die Erstellung meiner Steuererklärung und zur Vorlage beim Finanzamt relativ unkompliziert erstellen kann. Das spart Zeit und ist daher natürlich immer gerne gesehen.