Dein Kind möchte bei den Hausaufgaben einen KI-Chatbot nutzen und du fragst dich, wie das sinnvoll klappt? Entscheidend ist, wie man die KI fragt: Wer sich etwas erklären lässt, lernt dabei, wer nur Lösungen kopiert, eher nicht. Hier findest du Prompts zum Kopieren, sortiert nach Fach und Klassenstufe. Außerdem erfährst du, worauf ihr bei Fehlern, Schulregeln und Datenschutz achten solltet.
Stand: 25.10.2026. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung – maßgeblich sind die Nutzungsbedingungen der Anbieter und die Regeln deiner Schule.
KI Hausaufgaben: Warum erklären lassen statt abschreiben?
Hausaufgaben sollen helfen, den Stoff aus dem Unterricht zu üben und zu festigen. Schreibt dein Kind eine fertige Lösung ab, fehlt genau dieser Übungsschritt, und spätestens in der Klassenarbeit fällt das auf. Ein KI-Chatbot kann aber auch geduldig erklären, Rückfragen beantworten und neue Übungsaufgaben stellen. Dafür muss man ihm ausdrücklich sagen, dass er nicht die Lösung verraten, sondern beim Verstehen helfen soll. Genau das leisten die Prompts weiter unten.
Ein guter Prompt nennt die Klassenstufe, das Thema und die Rolle der KI. Er bittet um kleine Schritte und Rückfragen statt um ein fertiges Ergebnis. Hilfreich ist auch der Zusatz, dass die KI erst prüfen soll, was dein Kind schon weiß. So bleibt die eigentliche Denkarbeit beim Kind, und die KI übernimmt die Rolle einer Nachhilfe.
KI für Hausaufgaben gemeinsam einrichten: So geht’s
Setzt euch beim ersten Mal zusammen an den Rechner oder das Tablet. Prüft zuerst, ob dein Kind den gewählten Dienst nach den Nutzungsbedingungen überhaupt verwenden darf. Die Altersgrenzen unterscheiden sich je nach Anbieter, teils liegt das Mindestalter bei 18 Jahren, und bei Minderjährigen ist oft die Erlaubnis der Eltern nötig. Lies die Bedingungen des jeweiligen Anbieters deshalb selbst nach und nutze den Dienst bei jüngeren Kindern gemeinsam mit ihnen.
Bei manchen Chatbots kannst du dauerhafte Anweisungen in den Einstellungen speichern. Dort könnt ihr einen Grundsatz-Prompt hinterlegen, der für jede Unterhaltung gilt. Fehlt diese Funktion, kopiert dein Kind den Text einfach an den Anfang jeder neuen Unterhaltung. Vereinbart außerdem, wann die KI genutzt wird, etwa erst nach einem eigenen Lösungsversuch. Schaut euch die Verläufe anfangs gemeinsam an, um zu sehen, ob die Erklärungen wirklich helfen.
KI Hausaufgaben: Prompts zum Kopieren
Die folgenden Vorlagen kannst du direkt übernehmen und anpassen. Ersetze die Angaben in Großbuchstaben, etwa KLASSE oder THEMA, durch eure eigenen. Die Prompts funktionieren mit den gängigen Chatbots, die Antworten fallen aber je nach Dienst unterschiedlich aus.
Grundsatz-Prompt für jede Unterhaltung
Grundsatz: Erklären statt lösen
Du bist eine geduldige Lernhilfe für ein Kind in Klasse KLASSE. Verrate niemals die fertige Lösung einer Hausaufgabe. Frag zuerst, was ich schon weiß und wo ich nicht weiterkomme. Erkläre dann in kurzen Schritten mit einfachen Worten und stelle mir nach jedem Schritt eine Frage. Wenn ich einen Fehler mache, zeig mir, wo er steckt, und lass mich selbst korrigieren. Schreib in kurzen Sätzen und auf Deutsch.
Beispiel 1: Mathe in der Grundschule
Mathe, Klasse 3: schriftliches Subtrahieren
Ich bin in Klasse 3 und übe schriftliches Subtrahieren. Erkläre mir das Verfahren mit einer eigenen Beispielaufgabe, nicht mit meiner Hausaufgabe. Gib mir danach drei ähnliche Aufgaben zum Üben. Sag mir nur, ob mein Ergebnis stimmt, und gib mir bei Fehlern einen Tipp statt der Lösung.
Beispiel 2: Mathe in der Unterstufe
Mathe, Klasse 6: Brüche addieren
Ich bin in Klasse 6 und verstehe nicht, wie man Brüche mit verschiedenen Nennern addiert. Erkläre mir zuerst, was ein gemeinsamer Nenner ist. Rechne dann eine Beispielaufgabe Schritt für Schritt vor und frag mich nach jedem Schritt, ob ich ihn verstanden habe. Danach gibst du mir eine Aufgabe, die ich allein löse und dir zeige.
Beispiel 3: Mathe in der Mittel- und Oberstufe
Mathe, Klasse 10: quadratische Gleichungen
Ich bin in Klasse 10 und habe diesen Lösungsweg für eine quadratische Gleichung aufgeschrieben: LÖSUNGSWEG. Prüfe ihn Schritt für Schritt, aber verbessere ihn nicht selbst. Sag mir, in welchem Schritt ein Fehler steckt und welche Regel ich mir noch einmal ansehen sollte.
Beispiel 4: Deutsch in der Grundschule
Deutsch, Klasse 2: Nomen erkennen
Ich bin in Klasse 2. Erkläre mir mit einfachen Wörtern, woran ich ein Nomen erkenne. Gib mir danach einen kurzen Satz, in dem ich die Nomen selbst finden soll. Sag mir anschließend, ob ich alle gefunden habe.
Beispiel 5: Deutsch in der Unterstufe
Deutsch, Klasse 6: Aufsatz überarbeiten
Ich bin in Klasse 6 und habe eine Bildergeschichte geschrieben: TEXT. Schreib den Text bitte nicht neu. Nenne mir stattdessen drei Stellen, die ich verbessern kann, zum Beispiel Satzanfänge, Zeitform oder Spannung. Erkläre jeweils kurz, warum, und lass mich die Stellen selbst umschreiben.
Beispiel 6: Deutsch in der Mittel- und Oberstufe
Deutsch, Klasse 9: Gedichtanalyse vorbereiten
Ich bin in Klasse 9 und soll ein Gedicht analysieren. Schreib keine Analyse für mich. Stelle mir stattdessen Leitfragen zu Inhalt, Aufbau, Sprache und Wirkung, die ich selbst beantworte. Erkläre mir Fachbegriffe wie Metapher oder Enjambement mit eigenen Beispielen, wenn ich danach frage.
Beispiel 7: Englisch in der Grundschule und Unterstufe
Englisch, Klasse 5: Vokabeln üben
Ich bin in Klasse 5 und lerne diese englischen Vokabeln: VOKABELN. Frag mich die Wörter einzeln ab, mal auf Deutsch und mal auf Englisch. Sag mir nach jeder Antwort, ob sie richtig war, und wiederhole am Ende die Wörter, die ich falsch hatte.
Beispiel 8: Englisch in der Mittel- und Oberstufe
Englisch, Klasse 8: Zeitformen verstehen
Ich bin in Klasse 8 und verwechsle Simple Past und Present Perfect. Erkläre mir den Unterschied auf Deutsch mit je zwei Beispielsätzen. Gib mir danach fünf Lückensätze, die ich selbst ausfülle. Korrigiere meine Antworten und erkläre bei Fehlern die Regel noch einmal.
Beispiel 9: Sachunterricht in der Grundschule
Sachunterricht, Klasse 4: Wasserkreislauf
Ich bin in Klasse 4 und lerne den Wasserkreislauf. Erkläre ihn mir wie in einer kurzen Geschichte über einen Wassertropfen. Stelle mir danach drei Fragen, mit denen ich prüfen kann, ob ich ihn verstanden habe.
Beispiel 10: Biologie in der Unter- und Mittelstufe
Biologie, Klasse 7: Fotosynthese
Ich bin in Klasse 7 und soll die Fotosynthese erklären können. Frag mich zuerst, was ich darüber schon weiß. Ergänze dann nur das, was fehlt, und nutze dabei einfache Vergleiche. Am Ende soll ich die Fotosynthese in eigenen Worten zusammenfassen, und du gibst mir Rückmeldung dazu.
Kann die KI sich irren?
Ja, und das passiert gar nicht selten. KI-Chatbots formulieren Antworten sehr überzeugend, auch wenn sie falsch sind. Typisch sind Rechenfehler, erfundene Quellen oder Fakten und Erklärungen, die nicht zum Stoff der Klassenstufe passen. Deshalb sollte dein Kind die Antworten nie ungeprüft übernehmen.
Zum Prüfen eignen sich das Schulbuch, das Heft und die Unterlagen aus dem Unterricht. Bei Rechenaufgaben hilft eine Probe, zum Beispiel die Umkehraufgabe. Ihr könnt die KI auch bitten, ihren Lösungsweg zu begründen, oder die Frage anders formuliert noch einmal stellen. Weichen die Antworten voneinander ab, ist das ein Zeichen, genauer nachzusehen. Bleibt etwas unklar, ist die Lehrkraft die richtige Ansprechperson.
Ist KI bei Hausaufgaben erlaubt?
Dafür gibt es keine einheitliche Regel. Ob und wie KI genutzt werden darf, legen oft die Schule oder die einzelne Lehrkraft fest, und die Vorgaben können je nach Fach und Aufgabe unterschiedlich sein. Bei Hausaufgaben zum Üben ist eine Erklärhilfe meist unproblematisch. Bei Aufgaben, die bewertet werden, etwa Referaten oder Facharbeiten, gelten oft strengere Regeln.
Am einfachsten ist es, offen zu sein. Dein Kind kann die Lehrkraft fragen, ob KI genutzt werden darf und wie das angegeben werden soll. Auch beim Elternabend oder in der Sprechstunde lässt sich das klären. Gibt dein Kind eine von der KI geschriebene Arbeit als eigene aus, kann das je nach Schulregel als Täuschung gewertet werden.
Datenschutz: Darauf solltest du achten
Alles, was dein Kind in einen Chatbot eingibt, landet auf den Servern des Anbieters. Je nach Dienst und Einstellung können die Eingaben gespeichert und zur Verbesserung des Dienstes genutzt werden. Gib deshalb keine vollständigen Namen, Adressen, Telefonnummern oder Namen von Mitschülerinnen, Mitschülern und Lehrkräften ein. Statt „Paul Meier aus der 4b“ reicht „ich bin in Klasse 4“.
Beim Hochladen von Fotos der Hausaufgabe sollten keine Gesichter, Namensschilder oder Klassenlisten zu sehen sein. Fotos von anderen Personen gehören grundsätzlich nicht in einen Chatbot. Schaut euch gemeinsam die Datenschutzeinstellungen an, etwa ob der Verlauf gespeichert oder für das Training genutzt wird. Weitere Ratgeber rund um den Schulalltag findest du in unserer Rubrik Schule.